1891 - 2003 Geschichte der Militär-Radfahrer-Truppe   

     

                 

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                                                                                                                                              Gründung

 

 

 

1887 schlug der 1885 gegründete Schweizerische Radfahrer-Bund dem Eidgenössischen Militärdepartement vor, seine Mitglieder irgendwie in den militärischen Betrieb zu integrieren. Noch im gleichen Jahr nahmen ein Detachement von  20 Personen des Schweizerischen Radfahrer-Bundes in zivilen Kleidern und mit ihren persönlichen Fahrrädern (teils Hochräder) freiwillig an militärischen Übungen in den Stäben der VI und VII Division als Meldefahrer teil. Und zwar mit befriedigendem Ergebnis, weshalb Oberstdivisionär Hermann Bleuler dem Militärdepartement meldete, der Einsatz der Radfahrer im Militär sei prüfenswert und nützlich.

 

 

 

 

     
Ab 1887 machte der eigentliche Gründer der Radfahrer-Truppen, der Chef des Eidgenössischen Generalstab-Büros, Oberstdivisionär Alphons Pfyffer von  Altishofen (1834 - 12.01.1890),  in der 8, Division Einsätze mit militärischen Melde-Radfahrern, Diese Soldaten kamen meist aus dem Schweizerischen Radfahrer-Bund und benutzten ihre privaten Nieder-Fahrräder im Dienst, analog der Pferdetruppe mit ihren eigenen Pferden. Die Radfahrer trugen teils ihrer Club-Uniform. Ihr Ordonnanzdienst war jeweils in den Herbstmanövern.

Auf den linken Bildern solche Privatvelos, ein französisches Fahrrad und ein deutsches 2-Gang Kardan-Velo der Marke Dürkopp.

 

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1891 schuf die Armee (Bundes-Gesetz vom 19.11.1891) bei der Infanterie eine Fahrrad-Truppe. und zwar im Verbindungs- und Übermittlungs-Dienst, Man kleidete die Radfahrer mit einer besonders zweckmässigen Uniform ein.  Die sehr kleinen Detachemente umfassten jeweils maximal 15 Mann, benutzten weiterhin ihre eigenen Fahrräder..

 

Die neue Truppengattung stiess teils auf Skepsis. (so etwa bei der etwas abgehobenen Kavallerie). Im Geschäftsbericht des Eidgenössischen Militärdepartements stand 1895 folgende Bemerkung: "Die Radfahrer zeigten sich zum Teil als zu wenig discipliniert und in der Ausübung ihres Dienstes nicht zuverlässig genug." Und weiter: "Dank der Schnelligkeit ihres Stahlrosses waren unsere Radfahrer meist sehr rasch den Blicken ihrer Obersten entschwunden und hatten sich in den Wirtshäusern eingenistet, aus denen sie nicht so leicht wieder herauszubringen waren" !


 

 

      

                                                                                                                                Rekruten-Schulen

                                                                                                                                                                                Kaserne Bern

 

Am 31.8.1892 begann der erste Radfahrer-Kurs in Bern (unter der Leitung von Oberstleutnant im Generalstab Eduard Leopold). Er dauerte 22 Tage (bis 20.9.1892) und hatte 215 Teilnehmer (aus 21 Kantonen), die alle ihre privaten Fahrräder mitnehmen mussten. Alle diese Männer hatten zuvor bei der Infanterie, Kavallerie, Sanität oder sonst wo ihre Rekrutenschule absolviert.

 

Weitere 22-tägige Radfahrer-Kurse gab es dann 1896 in Basel, 1899 in Bern, 1902 in Bern, 1905 in Yverdon und auch 1907 in Yverdon. -   Alle Radfahrer-Kurse von 1892 - 1907 fanden unter der Leitung der Generalstabs-Abteilung  statt.

 

Anschliessend an die Radfahrer-Kurse rückten die ausgebildeten Radfahrer-Soldaten in die Wiederholungskurse ein und bildeten jeweils Detachements von maximal 15 Wehrmännern (anfänglich mit ihren eigenen Velos). Ihren Einsatz hatten diese Dienstpflichtigen meistens als Meldefahrer im Verbindungs- und Übermittlungsdienst.

 

Kaserne in Liestal                                                                                                                                                                                                           Kaserne in Yverdon

1908 wurden die Radfahrer der Infanterie zugewiesen. Man führte darauf hin innerhalb einer normalen Infanterie-Rekrutenschulen 67-tägige Radfahrer-Rekrutenschulen durch.. Dies geschah erstmals 1908 in Liestal, dann 1909 in Zürich und 1910 in Genf/Lausanne.

Die erste selbständige Radfahrer-Rekrutenschule fand im Jahren 1911 in Liestal in der dortigen Kaserne statt.

1912 - 1916 Aufteilung der Radfahrer-Rekrutenschule divisions-weise auf die diversen Infanterie-Rekrutenschulen, nämlich 1912 in Liestal, Thun, Herisau, 1913 in Genf, Luzern, St. Gallen und 1914 in Bern, Zürich, Lausanne.

Es folgten dann Rekrutenschulen 1917 in Liestal, 1918 in Yverdon, 1920 in Yverdon, 1921 in Winterthur, 1922 in Chur, 1923 in ?, 1924 in Frauenfeld, 1925 in Yverdon, und in St. Gallen.

 

Kaserne Winterthur

 

 

Von 1926 - 1971 waren dann die Radfahrer-Rekrutenschulen immer in Winterthur in der dortigen Kaserne untergebracht.

 

 

 

Kaserne Drognens

 

1972 bis 2001 (letzte Rekrutenschule der Radfahrertruppen) wurde die Radfahrer-Rekrutenschulen auf dem Waffenplatz Drognens bei Romont/FR durchgeführt. .

 

Letzter Kommandant der Rdf.RS in Drognens  war Oberst i.Gst. Erwin Fasnacht

 

 


 

 

                                                                                                                                           Einteilung

 

1893 bekamen die Radfahrer ihre eigene Uniform.

 

Ab 1911 bildete man innerhalb der Infanterie (= grün Truppen) eine eigene Radfahrer-Kompanie mit 900 Angehörigen.

 

1914 rückten bei Kriegsbeginn insgesamt 14 Radfahrerkompanien ein.

 

1925 hatte die Armee 6315 Radfahrer-Soldaten in 26 Kompanien.

 

Ab 1936 erfolgte dann der Wechsel von der Infanterie zu den leichten Truppen/(=Kavallerie gelbe Truppen) und gleichzeitig wurde die Radfahrer-Rekrutenschule von 22  Tagen auf 13 Wochen erhöht. Die Radfahrer umfassten nun 6 Bataillone (je 3 Kompanien und eine motorisierte Lmg-Kompanie).

 

Um 1939 war der Sollbestand der Radfahrer um 9000 Mann

 

Nach 1945 wurde der Bestand der Radfahrer infolge der Motorisierung stetig reduziert.

 

1949 wurden die Radfahrer den leichten Brigaden zugewiesen.

 

1962 waren die Radfahrer als Korpstruppen den mechanisierten Divisionen zugeteilt (Kavalllerie, Radfahrer, Motorradfahrer, motorisierte Truppen, Transporttruppen, Motorrad-Dragoner, und einige Panzerbesatzungen)

 

1962 erfolgte die Abschaffung der Radfahrer-Landwehr-Truppen

 

1965 bekommten die Radfahrer einen eigenen Einsatz-Doktrin. Radfahrerverbände kämpfen grundsätzlich wie Infanterieverbände. .Sie sind vielseitig  verwendbar. Ihre Feuerkraft entspricht annähern derjenigen der Infanterieverbände.

 

Als 1972 die Kavallerie-Einheiten aufgelöst wurden, gab es damals 9 Radfahrer-Bataillone.

 

 

Die einzelnen Radfahrer-Regimenter wurden mechanisierten Divisionen zur Ausbildung zugeteilt. So zum Beispiel das Radfahrer-Regiment 6 von 1962 - 1994 der Mech Div 11 und dann von 1995 - 2003 als Verband der F Div 7.


 

 

                                                                                                                                      Uniformen

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

 

 

         


   

                                                                                                                              Bewaffnung der Radfahrer

 

 

Ab Einführung der Radfahrer-Einheiten 1892, bekamen die Radfahrer als Waffe einen Revolver Modell 1882 der ab 1893 mit einem grossen Ring (Radfahrer-Revolver) versehen wurde.

 

 

 

1898 bekamen die Radfahrer den Kavalleriekarabiner 1893 (Langgewehr)  und im Jahre 1914 erhielten die Radfahrer-Truppen den  Karabiner 1911. Ab  1937 den Karabiner 31.

 

 

 

 

Bei der Einführung des Kampfanzuges im Jahre 1964 erhielten die Radfahrer das Sturmgewehr 57 und mit der Abgabe des Tarnanzuges 1993 das Sturmgewehr 90.

 

 

 

 

 

 

Jeder Soldat trug einst noch ein Faschinenmesser, das eine 48cm lange und 3cm breite Klinge (welche sägeartig 26 Querrillen) aufwies und einen 12cm grossen Griff hatte, Das ganze steckte in einem ledernen Etui (mit Gurteinzug) und einer angehängten 50cm langer Metallscheide. Später erhielten die Radfahrer ein Bajonett (Marke SIG), das 37,5cm lang war und eine 24cm lange Scheide in Kunststoffschale besass.

 



 

                                                                                                                               Vorläufer des Militärvelos

Radfahrer, die mit ihren privaten Velo einrückten, mussten am Velo Signalhorn oder Glocke montiert haben und eine Werkzeugtasche mit Ölkanne mitführe. Ferner einen Schraubenzieher oder ein Soldatenmesser sowie einen englischen Schlüssel.. Andererseits bekamen sie für de Dienstzeit eine Laterne mit Laternen-Halter, einen Gepäckträger und eine Pedalen-Stütze sowie ab 1898 für die Räder der Unteroffizieren und Soldaten eine Rahmentasch

Im Jahr 1894  liess die Armee fünf Militärvelos (so genannte Normal-Fahrräder mit Pneumatik-Bereifung) bei der Velofabrik Gustav Adolf Saurer in Arbon bauen Geplant war eine Produktion von jährlich 20 Stück, die bei einem Einstandspreis von Fr. 400 für Fr. 300 an die Radfahrer abgegeben wurden. Doch die Nachfrage hielt sich in Grenze, deshalb wurden auch ausländische Velos und talienische Klapp-Velo evaluiert und probeweise den Radfahrern abgegeben. Nebst diesen Velos wurden aber auch weiterhin die privaten Velos der Radfahrer in den Dienst mitgebraucht. Dadurch standen unterschiedlichste Fahrrad-Marken und -Konstruktionen im militärischen Gebrauch  Im Einsatz wurden die Velos teils stark beanspruch. Es gab immer wieder Pannen und Reparaturen, bei denen das geeignete Werkzeug und Material fehlten. Dies führte zu Störungen im Dienstbetrieb.


Auf Grund der 1903 veranlassten Versuchen mit den Normalfahrrädern und den geprüften ausländischen Fahrrädern in Kursen und Schulen durch das Militär-Departement konnte der technischen Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung 1904 die Aufforderung zur Herstellung eines Modells gegeben werden. Den Auftrag zur Erstellung desselben erhielt die Fahrradfabrik Schild & Cie., Madretsch-Biel. Im Sommer 1904 lag der Prototyp vor. Anfangs September gab die technische Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung noch Abänderungs-Wünsche bekannt und bat um Preisofferte und den Zeitpunkt  für den Liefer-Termin. Etwas später, als alles bereinigt war, erfolgte der Auftrag für 10 Fahrräder (ohne Pneumatiks, Laterne und Signalvorrichtung). Der Zeitpunkt für die Bestellung des Ordonanz-Rades bei drei Schweizer Fahrrad-Fabriken war gekommen ! .


 

                                                                                                                                         Militärvelo MO 05

 

Im Juli 1905 wurden die ersten 300 Ordonanz-Fahrräder dem Militär ausgeliefert, nämlich COSMOS Fahrrad-Nr.1-150,  HELVETIA Fahrrad-Nr. 151-225, und CONDOR Fahrrad-Nr. 226-300. Am 17. Juli 1905 erhielten die in Yverdon einrückenden Rekruten erstmals solche Ordonanz-Fahrräder (in schwarzer Farbe) ausgehändigt. Sie konnten dabei die Velo-Marke auswählen, nämlich 144 Cosmos-, 59 Condor- und 18 Helvetia-Räder. .

Die Firma Gustav Adolf Saurer, Arbon (Helvetia-Räder) erhielt 1903 vom Militär einen Fahrrad-Lieferauftrag welchen Sie 1905 (75 Stck.) und 1907 (50 Stck.) erfüllte. Die Nachfrage bei den Soldaten nach diesen Fahrrädern war dann leider mässig, insbesondere der Gang dieser Velos wurde als zu schwer beurteilt und von Militärstelle bemängelt. Deshalb bekam die Firma Saurer keinen neuen Lieferauftrag mehr, dafür die Firma Schwalbe AG (Gebr. Rüegg), Uster. Diese lieferte 1907 (40 Stck.) und 1908 (60 Stck.) die Ordonanz-Räder vorerst unter dem Namen Rüegg, ab 1909 dann unter dem Namen Schwalbe.

Ab 1907 bauten also längere Zeit drei Firmen die Ordonanz-Velos für die Schweizer Armee (das Modell MO 05) nämlich die jurassische Firma Condor SA, Courvaifre, sowie die Firmen Schwalbe AG (Gebr. Rüegg) Riedikon/Uster und die Firma Cosmos (B. Schild & Cie. AG), Biel,   -  Zusätzlich nahm 1945-1965 auch noch die Firma Zesar AG, Nidau, sowie von 1952-1959 die Maschinen-Fabrik Gränichen AG, Gränichen, an der Fahrrad-Produktion teil. Ab ca. 1975 soll nur noch die Firma Condor SA allein Militärvelo 05 hergestellt haben.  -  Insgesamt wurden von 1905-1988 68614 Velos für die Schweizer Armee produziert..

Alle Velos waren mit Wulstreifen, Leerlauf, einer Vorderradpneubremse sowie einer Torpedo-Rücktrittbremse und einer schwarzen Glocke aber anfänglich ohne Licht versehen. Zudem mit der Rahmentasche (diese wurden erst ab 1928 an die Offiziersvelo montiert) und einer Werkzeugtasche samt Werkzeug. Der Gepäckträger war (wenn vorhanden) bis zu 80kg belastbar. Technische Daten: Gewicht 22,5kg, Länge 1820mm, Breite 565mm, Höhe1020mm, Radstand 1140mm, Rahmenhöhe 580mm, Rahmenrohrdurchmesser 29mm, Reifen 26 Zoll (Schlauch und Reifen der Marke Maloya), Hinterradantrieb über die Kette auf die Torpedo-Freilaufnabe der Firma F. & S, Schweinfurt.     


                                                                             

                                                                                                                                     Ordonanz-Fahrrad-Büchlein

 

Der Radfahrer-Soldat bekam in der Rekruten-Schule sein persönliches Fahrrad, dass er im Dienst und auch privat zu Hause benutzen konnten. Er musste zu allen militärischen Kursen somit immer mit seinem persönlichen Ordonnanz-Fahrrad einrücken.

Zu jedem Militärrad wurde ein Ordonanzbüchlein abgegeben, enthaltend die genaue Auskunft über den Radfahrersoldaten und dessen Dienstzeit. Zudem eine detaillierte Bedienungsanleitung sowie eine zweisprachige Reparaturbeschreibung in deutsch und französisch.

Der Dienstpflichtige war für den Zustand des Fahrrades beim Einrücken verantwortlich, musste für notwendige Reparaturen aufkommen und konnte bei schlechtem Zustand des Fahrrades belangt oder sogar abgeurteilt werden (Zugrunde gehen lassen oder Verschleuderung von Armee-Material) .

 


Packung/Vorschriften 1965

 

Die Packung am Militärrad bestand aus der Rahmentaschen, der Mantelhülle, dem Brotsack sowie Waffen- und Zubehör-Träger. In der Mantelhülle wurde der Mantel und unter dem Deckel das Zelt mit den Zeltpflöcken versorgt. Im Brotsack befanden sich Gamelle, Feldflasche, Essbesteck, Notportion und evtl. Zwischenverpflegung. 

In der Rahmentasche waren  Hemd, Socken, Unterwäsche, Schuhnestel, Taschentuch, Taschenlampe, Leuchtgamaschen und Feldmütze versorgt. Evtl bei Bedarf auch zusätzlich Pullover und zusätzlich Wäsche. Aber aufgepasst, der Deckel der Rahmentasche musste gerade schliessen, ohne Wölbung.

Bei Talfahrten (grössere Abstände zwischen den einzelnen Fahrern) war der Helm zu tragen, auch auf verkehrsreichen Strassen und in grösseren Orten

 

Als das Ordonnanzrad noch keine Beleuchtung hatte (bis 1986) musste der vorderste Fahrer einer Gruppe nachts eine Taschenlampe mit weissem Licht am Körper tragen, der hinterste Fahrer eine Taschenlampe mit rotem Licht am Rücken befestigt. Vorderster und hinterster Fahrer hatten zusätzlich noch Leuchtgamaschen anzuziehen.

 


 

                                                                                                                                       Fahrrad-Unterhalt

Je nach Wetterlage und Beanspruchung musste am Fahrrad ein täglicher oder ein wöchentlicher Parkdienst vorgenommen werden. Konnte der Wehrmann diesen Parkdienst nicht allein machen, durfte er einen Kameraden beiziehen. Fielen aber grössere Reparaturen an, so stand dafür in jeder Kaserne eine professionelle Werkstatt mit speziellen Fahrradmechanikern zur Verfügung. Und unterwegs fuhr mit dem Tross eine mobile Werkstatt  (auf einem Lastwagen) mit. Zudem führte man innerhalb der Züge auch Ersatzräder (so genannte Strap-Räder) mit, sollte es zu gravierenden Fahrrad-Ausfällen kommen.

Überdies, ein Ersatzteil-Katalog des Ordonanzrades umfasste 9 Baugruppen mit 38 Bildseiten sowie 684 Artikel-Bezeichnungen !


 

                                                                                                                                            Modifikationen

 

 

Ab 1905 montierte man vorne am Velorahmen, oberhalb des Vorderrades, eine von der Firma Decker in Neuchatel fabrizierte Karbidlampe als Beleuchtung.. Anfänglich war diese Karbidlampe aus sichtbarem Messing. Einige Jahre später dann mit dem schwarzen Anstrich versehen.

 

 

1986 versah man das Militärrad mit einem Dynamo mit kombinierter Fahrrad-Lampe (der Firma Phöbius und später Siluma) und einem elektrischen Rücklicht (der Firma Injekta oder Rex).

Es gab zwei Varianten von  Fahrrad-Licht. Anfänglich ein  Lampe mit vernickeltem Lampenring  und  glattem Lampenglas (Phöbius) mit oberem Teil des Dynamos verchromt. Später eine neue Lampe (Siluma) mit geripptem Glas sowie Dynamo in Chrom (mit 2 Spulen für Vorder- und Rücklicht).

 

1932 wurde das Militärvelo mit einem runden roten Rücklicht versehen, einem Adax-Katzenauge. Ab 1955 montierte man ein weisses Katzenauge. Erst 1986 wurde das Velo mit einem elektrischen Rück-Licht (Lichtquelle Dynamo, kombiniert mir Vorderrad-Lampe) der Marken Injekta oder Rex versehen.

 Und ab 1943 wurde das schwarze Schutzblech hinten  teils weiss angestrichen.

 

 

Anfänglich hatte das Militärvelo nur vorne eine Stempelbremse und auf dem Hinterrad eine Rücktrittbremse. Ab 1944 wurde dann im Hinterrad nebst dem Rücktritt auch eine Trommelbremse (so genannte Bönibremse) angebracht.

 

Es gab im Laufe der Zeit verschiedene Modelle von Rahmentaschen .in den Farben ocker, grün, grau und schwarz. Anfänglich waren sie rechts-, später dann links-öffnend. Letzteres machte Sinn, weil die Weisung erteilt wurde, das Fahrrad nach rechts auf den Boden zu legen.

 

 

Die lederne Werkzeugtasche (für das Werkzeug zum Unterhalt und zur Reparatur des Militär-Velos) war bis 1931 links öffnend, nachher hatte sie auf der rechten Seite die Oeffnung

 

Bis ca. 1941 hatten die Velo-Lenker einen Horn- oder Bakelit-Griff. erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden dann die schwarzen Kunststoffgriffe verwendet.

Es gab drei verschiedene Lenker, einer mit einem Winkel etwas über 90 Grad, einer knapp um 90 Grad und die dritte Variante um 70 Grad. Erstere und zweite Variante an Fahrrädern der Firma Cosmos, Die letzte Variante wurde von allen Militärvelo-Fabrikaten gebaut.

 

 

Von 1905 - 1935 wurden die Fahrrad-Sattel der Firma Stefan verwendet. Ab 1936 kam dann ein Sattel zu Anwendung, der denjenigen im Radsport glich.  

 

 

 

 Es gab mehrere Fabrikanten von Luftpumpen, nämlich die Marken Adax, Ceka, Condor, Edco, Stella, SKS, Rex und  Revill

 

 

Anfänglich hatten Cosmos Ordonanz-Räder noch eine oben gewölbte, metalfarbene Glocke, so wie sie bei den Normal-Fahrrädern benutzt wurden. Es ist unbekannt, ob nur Cosmos-Räder mit solchen Glocken versehen waren und wann diese Glocken durch die schwarzen, flachen Glocken ersetzt wurden.

Die Glocke war anfänglich Korps-Material, gehörte nicht direkt zum Velo. Ab 1938 war sie dann direkt Bestandteil vom Velo, hatte anfänglich auf schwarzem Grund ein Schweizerkreuz im Relief. Später wurde das Schweizer-Kreuz eingraviert und noch später ganz  weggelassen.

 

 

Es gab keinen Ordonnanz-Gepäckträger. Die meisten Fahrräder hatten wohl einen Gepäckträger (es sind mehrere Gepäckträger-Modelle bekannt),  es gab aber auch Militär-Velos ohne Gepäckträger.

 

 

Es haben bekanntlich nicht alle Soldaten die gleich gross Körperlänge. Deshalb ist das Fahrrad mit Lenker und Sattel auf eine Körpergrösse von 155cm - 195cm individuell einstellbar

Als Relikt aus der Zeit der Velos mit Starrlauf  gab es unerklärlicherweise beim Militärvelo eine Aufsteighilfe, die hinten links an die Radnabe geschraubt wurde. Und dies obwohl seit Beginn der Produktion der Ordonanz-Räder diese immer mit einem Freilauf versehen waren

 

 

Das ab 1905 hergestellte Militärvelo behielt bis zum Schluss 1988 das so genannte Zollgewinde, nämlich das englische Format  mit der Gewinde-Norm 5x28U/Zoll. Man mied somit das metrische System.

 

 

Die Velokette war verstärkt, 1/2 X 3/16, sie musste die Maximalbelastung aushalten, ohne zu reissen. Auf dem vorderen Tretlagerritzel gab es Varianten  mit 48 bzw.50 Zähnen, und in der Hinterradnabe 19 bzw. 20 Zähne.

 

Grundsätzlich war der Name des Fabrikanten nirgends auf dem Velo eingeprägt oder festgehalten. Als einzige Fahrrad-Herstellerin markierte die Firma Schwalbe AG mit einem Stempel verschiedene Anbauteile. Und zwar mit einer stilisierten Schwalbe (z.B. Radnabe vorne, Bordwerkzeug, usw.). Die Firma Schild & Cie. AG, Biel, (Cosmos) versah ihre Velos zum Teil mit Marken-Aufkleber. -  Aufgrund des Kettenrades kann aber jeden Hersteller des Fahrrades eruiert werden.

 

Cosmos                     Condor                         Schwalbe                    Zesar                         MFG ?

 

 m Velorahmen hinten ganz oben, unterhalb des Sattels, hat der Hersteller das Herstellungsjahr mit einem Kreuz sowie die Serien-Nummer ins Metall eingeprägt

  • Beispiele einiger Jahrzahl-/Serien-Nummern            1910   =     1342                            1944   =   26404                         1972   =   57046                    

  •                                                                               1917   =     3171                            1947   =   34458                         1985   =   65354

  •                                                                               1930   =     9097                            1950   =   38744                         1988   =   68614              

  •                                                                               1933   =   11038                            1955   =   45434                        (1989   =   153 gold) *

  •                                                                               1939   =   17197                            1962   =   53190

      * = 1989 fabrizierte man für private Zwecke noch eine Spezialserie von 500 Ordonanzrädern (Rahmen-Nummern 1 - 500 und Jahrgang 1989 in Gold) aus.



 

 

                                                                                                                kein Einsatz von Privat-Fahrrädern im 2. Weltkrieg

Im Aktivdienst während des zweiten Weltkrieges gab es gemäss Auskunft der zuständigen Armee-Stellen (Fahrzeug- und Schifffahrts-Kontrolle der Armee, historisches Armee-Museum) keine requirierten Fahrräder. Auch ist nichts dokumentiert über Wehrmännern, die ihre privaten Velos in den Dienst mitnahmen und militärisch einsetzten, ausser einem einzelnen, bekannten Fall in der Region Zürcher-Weinland.. Ob dieser Wehrmann sein Fahrrad freiwillig oder befohlen im Militärdienst benutzte, ist unbekannt. Auf alle Fälle bekam er dafür etwas mehr Urlaubstage. Auch konnte er bei Dienstende das Fahrrad beim Hersteller/Lieferant in Stand stellen lassen. Weitere Fälle eines Einsatzes privater Velos im Aktivdienst sind nicht bekannt. Beim Ausnahmefall scheint es sich ein einen Entschluss eines einzelnen Truppen-Kommandanten zu handeln.


 

                                                                                                                                         

               

                                                                                                                                          Kuriose Sachen

 

 

 

Das Ordonanzrad MO 05 wurde eigentlich im Jahre 1904 geplant und zur Fertigung frei gegeben.  Im Jahre 1905 erfolgte nur die erste Auslieferung. Daher sollte das Rad eigentlich Ordonanzrad MO 04 genannt werden !

 

.Weil der Radfahrer ja sein Fahrrad auch ausserdienstlich benutzen  konnte, wurde irgendwann von hoher militärischen Stelle entschieden und mittels Reglement genau festgehalten, dass der Wehrpflichtige die Pneus an seinem Velo nicht zivil gebrauchen dürfe, das würde den Staat unnötig kosten. Oder aber er behielt zivil die Pneu am Rad und zahlte beim erneuten Einrücken "den Minderpreis wegen privater Benutzung". Normalerweise montierte der Soldat also bei Dienst-Ende die Pneus vom Velo ab und beim erneuten Einrücken wieder an sein Fahrrad.  Die Pneu waren also in ausserdienstlicher Zeit dem Zeughausangestellten mit an Schnur befestigtem Zettel abzugeben, damit dieser sie in einem Lager deponieren konnte. Beim Einrücken waren die entsprechenden zwei Pneus aus dem Lager zu nehmen und dem Wehrmann auszuhändigen, damit er sie an Stelle der privaten Pneus auf sein Ordonanzrad montieren konnte. So sparte man jeweils wenige Franken, da die Pneus nicht ausserdienstlich benutzt wurden.  - Und oh Wunder, irgendwann merkte wohl ein ranghoher Offizier, dass das Deponieren der Pneus teurer zu stehen kam als seine ausserdienstliche Benutzung. Also rasch ein neues Reglement und gegen Ende der 70iger Jahre Verzicht auf den Pneuaustausch.

 

Kurios war auch die Aufsteighilfe hinten links bei der Radnabe des Militärvelos. Dies war ein Überbleibsel aus der Zeit als die Velos noch Starrlauf hatten. Über sehr viele Jahre wurde diese unnötige Aufsteighilfe werkseitig montiert, obwohl das Ordonanz-Rad Freilauf hatte..Und der Clou der Geschichte, die Militärradfahrer mussten gruppenweise das Aufsteigen mit dieser Vorrichtung am Hinterrad üben:. - Körper mit gespreizten Beinen über hintere Radachse, mit beiden Händen Lenker festhalten, dann linken Fuss auf Aufsteighilfe. Mit rechtem Fuss zwei Schritte nach vorne und dann auf den Sattel sitzen und wegfahren Dies übte man, obwohl das Velo mit dem Leerlauf versehen war.

 

Bis 1944 gab es  am Ordonanz-Fahrrd vorne nur eine Stempelbremse und hinten den Rücktritt. Auf längeren steilen Abwärts-Fahrten konnte da mal der Rücktritt warm oder die Beine verkrampft werden. Fürs Erstere waren Halts mit Wasserlösen geeignet. Fürs Letztere benützte man auf den noch nicht sehr verkehrsreichen Strassen eine so genannte Schleppbremse. Man hängte  ans Velo einen kleineren Baum oder grösseren Ast an, der für Geschwindigkeitsreduktion sorgte.



 

                                                                                                                                        Militärvelo MO 93

 

1993, 1994 und 1995 wurden insgesamt 5500 Stück neue Militär-Fahrräder des Typs MO 93 (diese lösten das Fahrrad-Modell  MO 05 ab) zu einem Preis von Fr. 2200.- gebaut. Und zwar durch die Firma Condor SA, Courfaivre, sowie durch die Firma Villiger (Villigers Söhne AG), Buttisholz. Das Modell MO 93 wog 23kg, hatte einen 7-Gang Kettenwechsler (Marke Shimano). Fahrradlänge 1820mm, Breite 620mm, Höhe 1040, Radabstand 1116.6mm. Das Velo war in grüner Farbe. Es besass vorne und hinten eine Hydraulikbremse der deutschen Firma Magura. Über dem Vorder- wie auch dem Hinter-Rad hatte es Lastenträger, zudem eine Rahmentasche sowie eine Werkzeugtasche mit Werkzeug. Der Sattelhersteller war die holländische Firma Lepper. Eine Halogen-Lampe war am vorderen Gepäckträgerund montiert und hinten ein elektrisches Rücklicht (der Speichenraddynamo der deutschen Firma FER war am Vorderrad). Die Pedalen hatte Rückstrahler. Die Abgabe der neuen Räder an die Truppe erfolgte 1995.


 

                                                                                                                    Vor- und Nachteile des Ordonanzrades MO 93

 

+++ Relevante Vorteile gegenüber dem alten Fahrrad MO 05 waren die 7-Gang-Schaltung, der etwas grössere Rahmen. Ferner die  Hydraulikbremse die insbesondere bei trockenem Boden hervorragend und bei nassem und schmutzigen Booden gut waren. Leider gab es aber bei der Planung des neuen Velos noch keine V-Brakes und serienreife Scheibenbremsen.

 

Der gerade Lenke war sportlich und aerodynamisch bestens. Mit seinen zwei Streben bot er mehrere Montagemöglichkeiten. Und der Einbau von privaten Lenkerendhörnchen erhöhte den Fahrkomfort. Auch der fest montierte Vorderrad-Gepäckträger gab die Möglichkeit, mehr Material besser zu transportieren.

 

Die Schaltung am Hinterrad war durch einen stabilen Wechslerschutz vor Steinen und Ästen geschützt, ebenfalls die Zähne des Kettenblattes durch je einen massiven Stahlring auf jeder Seite gegen Steine im Gelände.

 

Lastenträger gab es über dem Vorder- wie auch dem Hinter-Rad. Vorne wurde die Gefechtspackung (Kampfrucksack, Schanzwerkzeug und Doppeltasche) deponiert.. Der hintere Träger verfügte über Aufnahmen für Waffen und Munitionsträger (je nach Bewaffnung des Wehrmannes) Folgende Varianten standen bereit:

Vorrichtung zur Befestigung einer Panzerfaust  -  Minen- bzw. Munitionsträger in Körben beidseitig des Fahrrades  -  Laffettenträger für die Stütze des Maschinengewehrs  -  Maschinengewehrträger

                                                                                  -

 

--- Negativ fiel der Dynamo vom Typ FER 2000 aus. Er war ursprünglich mit Kunststoff-Getriebe ausgerüstet und hielt der Belastung meistens nicht stand und musste allmählich generell ausgewechselt werden.

Schlussendlich wurde bei den von MAVIC erstellten Felgen ein Produktionsfehler festgestellt. Viele Radfahrer mussten deshalb die Schweissnähte nachschleifen, Damit beim ersten Einsatz des Velos nicht der Veloschlauch beschädigt wurde und einen Platten hervor rief. Auch zeigte die Keramikbeschichtung der Felge nach und nach Mängel, löste sich teilweise ab.

Und zum Schluss noch was weniger tragisches. Die Rückstrahler an den Pedalen waren lose montiert, was ein Geräusch beim Treten n die Pedale bewirkte.Was wiederum im Gefecht den "Feind" sehr erfreute.  .



 

                                                                                                                              Truppenordnung 1936

 

1936 wurden die Radfahrer von der Infanterie weggenommen und der Kavallerie unterstellt. Aus grün wurde eine gelbe Truppe. Die  neue Truppenordnung schuf so eine "leichte Truppe" welcher die Kavallerie, die Radfahrer und die motorisierte leichte Truppe angehörten., Die Radfahrer  bildeten 6 Baraillone mit je 3 Kompanien und einer motorisierten Lmg-Kompanie.

 

                                                                                                                                  Armee-Reform 95

Mit der Armee-Reform 95 schuf man 3 Radfahrer-Regimenter (Nr. 4, 5 und 6). Das Regiment 4 umfasste den westlichen Teil der Schweiz, das Regiment 5 das Mittelland und das Regiment 6 die Ostschweiz. Jedes Regiment hatte 3 Radfahrer-Bataillone (Nr. 1 - 9). Dabei wies ein Radfahrer-Bataillon rund 500 Wehrmänner auf, verteilt auf mehrere Radfahrer-Kompanien und ihre Züge.

                                                                    Rdf Regtment 4>             Rdf.Regiment.5>                 Rdf Regiment 6>

                                                                    Batallion Cycliste 1                                Radfahrerbatallion 3                                  Radfahrerbatallion 5

                                                                    Radfahrerbatallion 2                               Radfahrerbatallion 4                                  Radfahrerbatallion 6

                                                                    Radfahrerbatallion 7                               Radfahrerbatallion 8                                  Radfahrerbatallion 9

 

 

Die einzelnen Bataillone gliederten sich in Kompanien. wobei die meisten davon Kampfkompanien waren. - Nebst der Stabskompanie, die der Führung, Sicherung, Versorgung und Logistik verantwortlich war und der Sanitätskompanie, gab es die Kampfkompanien mit Radfahrern, ausgerüstet mit Panzerfäusten und Maschinengewehren, mit Panzerabwehrlenkwaffen, mit leichten Minenwerfern, mit schweren Minenwerfern sowie  Panzerjäger mit Piranha-Fahrzeugen, - Jede einzelne Kompanie war dabei in mehrere Züge aufgegliedert, die spezielle Aufgaben hatten.

 

 

Die Radfahrer hatten innerhalb der Armee die Aufgabe der Überwachung und Sicherung von grösseren, truppenleerer Räume. Im Verlaufe der Zeit bekamen die Radfahrer hochtechnische Geräte, wie z.B. Nachtsichtgeräte, Restlichtverstärker, Simulatoren, Funkstationen,  usw. Dies bedingte, immer grösseren Ausbildungszwang und dadurch effizientere Ausbildungspläne. Dies auf Kosten längerer Verschiebungen per Rad. Schlussendlich blieben (leider !!) pro Wiederholungskurs nur noch 1-2 echte Radmärsche.


 

 

Gliederung Radfahrer-Regiment 5

                                                                                                                                         beim letzten WK 2003

 

                                                                                                         Rdf.Bat  3                          Rdf.Bat. 4                        Rdf.Bat. 8


 

 

 

Ende der neunziger Jahren bekommen die Radfahrer endlich ein eigenes Truppengattungsabzeichen (ein symbolisiertes Speichenrad unter den gekreuzten Gewehren), das sie von den Füsilieren optisch abhob.

 

 

 



 

                                                                                                                                Fahrrad-Kontrollschilder    

 

 

1896 liess die Armee für die von Ihr bei der Fahrradfirma Gustav Adolf Saurer in Arbon bestellten so genannten Normalfahrräder 100 Veloschilder für die Radfahrer herstellen. Sie sollten rote Zahlen von 1 - 100 haben und den vom Kanton Bern eingesetzten Veloschildern ähnlich sein, nur etwas grösser.

 

 

Von 1905 - 1961 hatten die Militär-Fahrräder grössere, sechs-eckige Kontroll-Schilder mit einer Ziffer (diese entsprach teils der vier letzten Zahlen der Rahmen-Nummer des Velos) und bis 1932 ohne, dann mit einem Buchstaben (A - E)..

                                                                                                                              

Ab 1962 - 2003 gab es die kleineren Veloschilder im Ausmass analog der kantonalen Schilder.. Die Ziffer 1001 trugen Schilder von Ordonanz-Velos, die 2001 Velos des übrigen Truppen (Corps-Material).

 

Jedes Militärvelo wurde ab 1962 nach Abschaffung der alten und der Einführung der neuen, roten Veloschilder  nebst dem Fahrrad-Kontrollschild zusätzlich noch mit einem Registrier-Schild versehen, das hinten beim Sattel befestigt war.

 



 

                  

                                                                                                                                          Das Ende der Fahrrad-Truppen 

 

Anlässlich der Armee-Reform XXI (Reduktion des aktiven Truppenbestandes von 360 000 auf 120 000 Wehrpflichtige) wurden in den Reihen der zuständigen Militärführung schon sehr früh diskutiert, ob es für die Radfahrer noch im neuen Armee-Leit-Bild einen Verwendungszweck hat. Es gab zwei Alternativen. Entweder Umrüstung der Radfahrer in Richtung Kampfwertsteigerung und Splitterschutz um im mechanisierten Gefechtsfeld auch zukünftig wie die Infanterie statisch im Einsatz stehen zu können. Oder aber dann die Abschaffung der Fahrrad-Truppe. Und weil das von den Radfahrern unter diesen Verhältnissen (verlangte volle Gefechtsfeld-Beweglichkeit) nie erreicht worden wäre, man konnte ja die Truppen nicht ins Gefecht von A nach B schicken,  musste man einsehen, dass die Radfahrer in der Armee XXI keinen Platz mehr hatte. Daher wurde beschlossen, die Fahrrad-Regimenter 4, 5 und 6 aufgelöst. Am 27. Februar 2001 wurde dies offiziell von Verteidigungsminister Samuel Schmid verkündet und auf den 1. Mai 2003 vollzogen. Somit gab es im Schweizer Militär keine Radfahrer-Truppen mehr.

Am 4.4.2003 beendete das Radfahrer-Regiment 6 endgültig seinen Dienst und am 1. Mai 2003 hatte als letzter Radfahrer-Verband das Radfahrer-Regiment 5 seine Schlussmanöver mit einem Defilee in Sempach/LU. Dann wurde die gesamte militärische Fahrrad-Truppe aufgelöst und die erst 10 Jahre alten und gut erhaltenen Fahrräder ausgemustert.  

 

Die ehemaligen Radfahrer-Angehörigen fanden nach der Auflösung der Radfahrer-Truppen insbesondere bei der Mechanisierten Infanterie, den Mechanisierten Aufklärern und bei den Panzergrenadieren Anschluss.


                                                                                                   Gedicht von Soldaten des Redfahrer-Regiments 5                                                 

 

                                                                                      Unterwegs auf Sattel und Pedalen,                           Rein in  Panzer ihr Radgenossen  

                                                                                      wenig brauchts, damit wir strahlen                            dem frühern Feind seid angeschlossen

                                                                                      Rund ist die Welt, rund unser Gefährt,                      rund bleiben bloss die Einstiegsluken,

                                                                                      rund scheint alles, was sich bewährt.                        das neue Motto lautet "Achtung ducken !"

                                                                                               

                                                                                      Die Kraft der Beine, unser aller Fleiss                      So geben wir dem Rad unser letztes Geleit,

                                                                                      ganze Bergseen füllen wir mit Schweiss.                   sind zum grossen Absitzen bereit.

                                                                                      Ein Körper, der sich immerzu bewegt                      Murren ist des Radfahrers Sache nicht,

                                                                                      und die Natur stets tief erlebt.                                  auch wenns im Herzen ein wenig sticht.

                         

                                                                                      Doch vorbei ist bald des Rades Surren,

                                                                                      vorbei der Kette leises Schnurren.

                                                                                      Erinnerungen an den Wiegetritt

                                                                                      und auch an den öden Schiebeschritt.

 



   

                                                                                                                             Radfahrer-Persönlichkeiten

 

Eine grössere Führungsrolle hatte bei den Radfahrer-Truppen Jean-Pierre Leuenberger inne. Zuerst war er stellvertretender Kommandant und dann Kommandant der Radfahrer-RS 26/226, dann als Hauptmann Kommandant der Radfahrer-Kompanie. II/1, anschliessend als Major im Generalstab Kommandant des Radfahrer-Bataillon 1 und schlussendlich als Oberst im Generalstab Kommandant des Radfahrer-Regiments 4.

 

 

 

Oberst René Fischer gehörte 29 Jahre dem Radfahrer-Regiment 5 an, zu letzt war er deren Kommandant (Radfahrer aus dem Gebiet Zentralschweiz/Mittelland).

 

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Der letzte Kommandant des Radfahrer-Regiments 6 (Gebiet Ostschweiz = Zürich, Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrohoden) war Oberst im Generalstab Martin Gubler mit seinen drei Bataillons-Kommandanten Oberstlt. i.Gst. Fredy Kelller (Rdf.Bat.5),  Oberstlt. i.Gst. Willy Brülisauer (Rdf.Bat.6) und Oberstlt.. Markus Wintsch (Rdf.Bat.9)..

 

 

Am Beispiel des Radfahrer-Regiments 6 noch sämtliche ehemaligen Regiments-Kommandanten:: Brigadier Robert Gubler, Brigadier Peter Keller, Brigadier Urs-Peter Ramser, Oberst i.Gst. Heinz Baumgartner, Oberst i.Gst. Peter Grüter, Oberst Heinz Keller, Oberst Anton Reinhart, Oberst i.Gst. Georg Staub, Oberst i.Gst. Kurt Widmer und am Schluss Oberst i.Gst. Martin Gubler

 

Insgesamt sind 20 ehemalige Kommendanten von Radfahrer-Regimentern in die Generalsränge aufgerückt. Nämlich zum Korpskommandanten René Dubois, Adolf Hänslin, Eugen Studer und Fritz Wille. Zu Divisionären Denis Borel, Hans Eichin, Hubert Hilbi, Christian Schlapbach, Andreas Schweizer, Hans Trautweiler, Carl Weidenmann,. Und zu Brigadiers Jean-Francois Corminboeuf, Bruno Deslarzes, Hans Fischer, Peter Keller, Ernst Müller, Urs Peter Ramser und Arnold Soutter. Zum Generalstabsoberst  Martin Gubler und Jeam-Pierre Leuenberger.

 

 

 

Raymond Schaller (rechts) war von 1944 bis 1990 Konstrukteur bei der Firma Condor SA, Courfaivre, und hatte dort ab 1944 alle Zweiradkonstruktionen verantwortlich mitbetreut. Schaller sagte aus, dass die Militärvelo meistens im Winterhalbjahr gebaut wurden, damit in dieser Jahreszeit die Produktion ausgelastet war.

 

 

 

Stefan Mathis, Staufen/AG, ist der anerkannte Fachmann auf dem Gebiet der Militärvelo-Geschichte. Er ist technisch sehr versiert und besitzt eine grössere Sammlung runde um das Ordonanzrad der Schweizer Armee.

 



                                                                                  

                                                                                                                              Historische Militär-Radfahrer

 

                                                                

Obwohl es seit 2003 offiziell keine militärischen Radfahrer-Einheiten mehr gibt, hat sich auf Anregung von Divisionär a.D Paul Müller (letzter Kommandant der F.Div 5) aus dem Kreis der ehemaligen Militär-Radfahrer eine Historische Radfahrer-Kompanie gebildet, die absolut identisch und vollständig wie zur Dienstzeit ausgerüstet ist (Uniform, Fahrrad, Bewaffnung)  und ihren Stützpunkt im ehemaligen Zeughaus Aarau hat. Sie führt ausserdienstliche und gesellschaftliche Anlässe durch.

 

 



 

 

Das war einmal

                                                                                                                              

 

 

                                                                        Militärradfahrer im Jahre1906

 

 

 

 

 

 

 

 


                                                             

                                   Mobilmachung 1939

 

 

Truppenabnahme

durch General Guisan

 

                                                             Fahrt ins Ungewisse 

                                                               

 

 


                                                                                                                                                                                                         

                                      

 

 

 in Reih und Glied                              

 

 

 

                                                          Verdammt, Defekt  mitten im Dorf

 

 

 

 


 

 

 

WK-Impressionen

 

 

 

 


1. Mai 2003, endgültig letzte Fahrt der Radfahrer in Sempach zum Abschluss-Defilee



 

 

vom Velosattel auf den Bundesrats-Sessel

 

 

    

 Einer der höheren ehemaligen Militär-Radfahrer (Major des ehemaligen Radfahrer-Bataillon 5) und heutiger Bundesrat Ueli Maurer

 



 

 

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